Der Durchschnittsmensch
Der Durchschnittsmensch verdient 417,- Euro im Monat, trauert drei Monate seiner vorherigen Beziehung hinterher und sagt Glühbirne wenn er die Glühlampe meint. Der Durchschnittsmensch hat einen IQ von 100, spricht zwei Sprachen und wiegt 70 Kilo. Der Durchschnittsmensch verbraucht täglich zwei Gramm Creatin und hat einen Pulsschlag von 60 – 80 Schlägen die Minute. Der Durchschnittsmensch braucht sieben Minuten um einzuschlafen, er lacht 15-mal am Tag und er macht 1140 Telefonanrufe jährlich. Der Durchschnittsmensch ist 1,76 m groß, hat braune Haare und verbringt neun Monate seines Lebens auf der Toilette, der Durchschnittsmensch ist schon ein dufter Typ. Der Durchschnittsmensch bekommt am Tag drei Mails, in dem ihm Pillen zur Potenzsteigerung angeboten werden, er muss durchschnittlich 17-mal in seinem Leben kotzen und er bereist in seinem mickrigen Dasein zwei Kontinente.
Das Tolle daran ist, dass wir es alle sind, dieser Durchschnittsmensch: Du, ich, der Kerl an der Kasse im Supermarkt und der Penner auf der Parkbank, einfach wir alle. Wir sind aber nicht nur Durchschnittsmensch, nein, wir sind noch viel mehr: Wir sind Pabst, wir sind das Team und weil Du Deutschland bist, sind wir es alle, Heidewitzka, ein Hoch auf das Zusammengehörigkeitsgefühl! Was aber, wenn ich gar nicht Deutschland sein will?! Wie soll ich mich mit einem Land identifizieren, in dem die oberen Zehntausend immer reicher werden und der 0815-Bürger ab dem 12. eines Monats nur noch Dosensuppe zu sich nimmt, weil er das Geld für den Sprit braucht, um zu seiner beschissenen Arbeit zu kommen?! Wie soll ich mich mit einem Land identifizieren, in dem Politiker sich selbst immer mehr Geld zuschanzen und im Gegenzug die Bürger mit höheren Steuern abzocken und wie soll ich mich mit einem Land identifizieren, in dem ich für jeden kleinsten Scheiß einen Stempel und 47 verschiedene Dokumente brauche?! Gehe bei grün, auch morgens um drei wenn meilenweit kein Auto sichtbar ist, ansonsten wirst du bestraft. Bestraft von Bullen, die nachts mit Blaulicht über rote Ampeln fahren und es direkt danach wieder ausschalten, wie mich das ankotzt!
„Wem’s hier nicht gefällt, der kann ja gehen“, ist die Standardantwort, die einem aus der breiten Masse entgegenkommt. Natürlich wäre es ein leichtes, einfach wegzuziehen und dem ganzen Mist aus dem Weg zu gehen, aber in anderen Ländern sieht es leider gleich, wenn nicht sogar noch schlimmer aus und wenn ich schon die Wahl habe mir auszusuchen wer mich verarscht und abzockt, dann wenigstens ein Land, in dem ich die Sprache verstehe. Also bleib‘ ich hier, jammere, ächze und stöhne wie all die anderen Marionetten und erfreue mich darüber, dass heute immerhin schon Dienstag ist und ich nur noch nur drei Tage und sechs Stunden arbeiten muss bis zum Wochenende, und das wie’s aussieht auch nur die nächsten 40 Jahre lang, tolle Aussichten! Der einzige Weg aus dieser Misere scheint mir der Tod zu sein, aber leider liebe ich das Leben viel zu sehr um auch nur ansatzweise ans Sterben zu denken.
Was übrig bleibt ist also das nahtlose Einfügen ins Bild des Durchschnittsmenschen, will heißen, die Klappe halten und alles so akzeptieren, wie es ist. Ich werde meinem Chef nicht erzählen, dass er ein geiziger Penner ist, ich werde dem Bullen nicht sagen, dass das vielleicht so im Gesetz steht, aber, genau wie er selbst, total bescheuert ist und ich werde, wenn die Politiker sich wieder einmal eine Diätenerhöhung genehmigen und gleichzeitig das Rentenalter auf 85 heraufsetzen, aufstehen und laut applaudieren, denn ich bin Deutschland…
23. Juni 2008 6 Comments
Agis Biblestunde
Ich komme voran in den heiligen Schriften, mittlerweile bin ich beim Buch Josua angekommen und ich muss sagen, dass dieser Jahwe ein selbstgerechter Tyrann zu sein scheint… Achan Ben-Karmi hatte bei der Eroberung Jerichos einen Mantel, ein paar Silberstücke und einen Goldbarren mitgehen lassen und dafür wurden er, seine gesamte Familie und sogar seine Esel und Ziegen gesteinigt und anschließend verbrannt. Von wegen Gott ist gnädig und barmherzig, Gott ist ein Monster, jedenfalls war er es zu der Zeit…
Er scheint ständig die Spielregeln zu ändern, so wie es ihm gerade passt: „Du sollst nicht töten“, befiehlt er, aber dann lässt er die Israeliten losziehen und zwölftausend Männer und Frauen von Ai umbringen. Ausrottung der Kanaaiter, Ausrottung der Amalekiter und Ausrottung des ganzen Rests, getreu dem Motto: „Wer nicht für mich ist, ist gegen mich!“ Wenn Gott ein Mensch gewesen wäre, könnte man ihn mühelos zwischen Adolf Hitler, Saddam Hussein und Idi Amin einreihen, unfassbar dieser Kerl, ich bin schwer enttäuscht und hoffe, dass sich das später in der Geschichte noch stark ändern wird.
19. Juni 2008 2 Comments
Ene Besuch em Zoo
Nach 743 Jahren war der Commander nochmal im Kölner Zoo, Tiere in Gefangenschaft anglotzen, phantastisch! 13,- Euro kostet das Vergnügen mittlerweile, dafür will ich auf jeden Fall ‘nen Trompete spielenden Elefanten auf ‘nem Einrad sehen ,das ist ja wohl klar, also rein ins Getümmel… Nach nur vier Schritten kommt eine junge Frau auf uns zu: "Bitte lächeln!" *knips* Sie drückt uns ein Zettelchen in die Hand und sagt, dass wir das Foto am Ende unseres Besuches abholen können, manche Dinge ändern sich einfach nie, schön!
Die erste spektakuläre Station, bei der es sich zu halten lohnt, ist das Erdhörnchengehege, der doofe Fischotter, der vorher kommt, ist nämlich eh nie da.


Die ham ‘n Leben, den ganzen Tach in der Sonne ‘rumhängen und in der Gegend ‘rumglotzen…
Nach den Hörnchen kommen die Bären, zuerst der Malariabär, den jeder als Überträger des Sumpffiebers kennt.

Da liegt er und macht einen auf "Toter Bär" und dann, plötzlich, rumms, springt er auf und infiziert alles um sich herum.
Dieses Totstellen war übrigens weit verbreitet im Zoo, fast überhall wo wir hinkamen das gleiche Bild:





Faules Gesindel, da zahl ich 13 Schleifen und krieg nix geboten für mein Geld, was soll man denn davon halten?! Zum Glück kommen als nächstes die Affen, bei denen ist immer was los:

Komisch, die hatte ich irgendwie ganz anders in Erinnerung, viel behaarter und so, da will mich doch jemand verarschen?! Mal genauer hingucken, da vorne am Käfig steht dick und fett "Menschenaffe", mal schauen was sich darin befindet…

Tatsache, ich werd’ elektrisch, eine gewisse Ähnlichkeit ist nicht von der Hand zu weisen.
So, Banänchen über den Zaun geworfen und weiter geht’s, nächster Stopp: Vietnam!

Ne Treppe von Köln nach Vietnam ist natürlich schon ein Service, den man sich was kosten lassen kann, langsam wird mir das mit den 13,- Euro schlüssig und ich beschließe von nun an weniger zu meckern. Zu meinem Erstaunen treffe ich mitten in Vietnam bekannte Gesichter, wie klein die Welt doch ist, ich sag’ es immer wieder.

In Hanoi hab’ ich mir für ‘nen Zehner ‘ne 1a Wumme und ‘nen Jagdschein gekauft, ich bedanke mich artig bei dem Händler und mache mich schnell auf den Weg zurück nach Köln, in zwei Stunden macht der Zoo schon zu und ich hab’ noch an die 10.000 km Treppe vor mir.
30 Minuten später bin ich wieder in Köln, Sportler halt… Mittlerweile haben Andrea und Antje, die wir zwischen den Lamas und der Treppe nach Vietnam verloren hatten, auch wieder zu uns aufgeschlossen, es kann also weiter gehen, nächster Halt "Elefantenhaus".

Eigentlich eine gute Gelegenheit um die Wumme auszuprobieren, aber irgendwie vermisse ich den sportlichen Aspekt, wenn schon, dann auch richtig, draussen, in freier Wildbahn quasi, ich schleiche mich also in eines der Freigehege…

Spitzen Aussicht, dein letztes Stündlein hat geschlagen Dumbo.
Ich gehe noch was näher ran, packe die Flinte aus setze an. Nur noch abdrücken und der erste Haken auf meiner "Big Five" -Liste wäre gemacht, aber das verdammte Mistviech hat die Lunte gerochen und stürmt auf mich zu.


Ich trete die Flucht an und laufe weiter durch den Zoo. Gegen Ende kommen fast nur noch doofe Tiere, Pinguine zum Beispiel sind saublöd und todlangweilig.


Dann hier und da noch ein paar Vögel…





Die gemeine Hottentottenente ist so gefährlich, dass sie hinter einem 10.000 Volt Gitterzaun gehalten werden muss.
Nur wenige Meter von den Enten entfernt bekomme ich eine zweite Chance, Büffel!

Diesmal wird nicht lang gefackelt, Wumme raus und ab dafür…


Spitzen Puste hat der Kerl mir da verkauft, drei auf einen Streich.
Soviel Spaß hatte ich schon lange nicht mehr für 13 Euro, leider war’s mal wieder zu spät um auch noch ins Aquarium zu gehen, ist immer dasselbe. Vielleicht beim nächsten Mal, unter der Versuchsreihe: "Wieviele Schläge braucht man mit einem Nothammer der KVB, bis das Glas vom Haifischbecken platzt."
25. Mai 2008 1 Comment
Kräuterspirale
Wie ja bereits angekündigt, wurde am Wochenende gebastelt und gegärtnert, denn das Haus-Kollektiv wollte unbedingt eine Kräuterspirale haben. Zunächst mal folgendes: Die Kräuterspirale ist ein dreidimensionales Beet, in dem Gewürzkräuter angebaut werden. Die Spirale windet sich um einen Steinhaufen und steigt dabei kontinuierlich an. Der aufgefüllte Boden wird nach oben hin zunehmend mit Sand durchmischt, um ihn durchlässig zu machen. Von unten gesehen beginnt die Kräuterspirale mit einem kleinen Teich an der Südseite. Klingt ganz einfach und sieht so aus:

oder auch so…

Modell Nummer 3:

Zugegeben, bei allen fehlt der Teich, aber trotzdem sind’s endgeile Dinger, männermäßig halt, groß und prachtvoll und schön symetrisch angelegt. An genau so was hatte ich auch gedacht, als ich vom Unternehmen "Kräuterspirale" gehört hatte, wollen wir doch mal gucken, was daraus geworden ist…
Samstagmorgen, kurz nach elf, ein geschulter Blick aus meinem Zimmerfenster verrät mir, dass das KKS (Kommando Kräuterspirale) bereits begonnen hat und 487.539.217 Tonnen Steine in den Garten gebuckelt werden.
Es müssen 487.539.217 Tonnen sein, denn schließlich wurde im Vorfeld ein dermaßen großer Buhai um die Sache gemacht, bei der unbedingt jeeeeeder helfen musste und dazu noch 47 Freunde angerufen wurden, wollen wir also mal gucken…
Eins, zwei, sieben, 44, 80, 127… 127 Steine, von denen der schwerste vielleicht sieben Kilo wiegt, dafür braucht man in der Tat an die 50 Leute und um sechs Uhr anfangen muss man auch, ist schließlich eine Tagesaufgabe so etwas. Auf ans Werk, erstmal alles platt machen…
Ja, schön so… Dann ein bisschen blöd labern und in der Gegend rumglotzen…
…ein bisschen was rechnen…
…und los geht’s mit die Spirale…
Das typische Bild auf deutschen Baustellen: Drei Mann glotzen, einer arbeitet!
Nach 10 Minuten war die Spirale dann fertig, was für ein sagenhafter Anblick…
Noch mal zum Vergleich:


Zum Glück hatte ich ein neues Spielzeug aus blankpoliertem und feinstem Edelstahl, den Binford2714tx, enhanced, dagegen kann jede Spirale einpacken, pfff…
Aber das KKS gibt nicht auf und beginnt von vorne…
So langsam nimmt’s Form an, na schau mal einer an… Das ist allerdings meistens so, wenn nur wenige am Entstehungsprozess beteiligt sind und der Rest der Truppe, nun ja…
Ui, stimmt ja gar nicht, da war ja noch wer mit am Bau, wie folgende Momentaufnahme beweist.
So, fast fertig, das gute Stück:
Und tatatataaaa…
Gegen 15:00 Uhr waren alle 127 Steine verbaut, die Erde kommt leider erst am Freitag an und dann, wenn alles fertig ist, werde ich den Gartenbauprofis auch erzählen, dass die einzelnen Bereiche unterschiedliche Böden brauchen, ich freu mich schon…
14. April 2008 4 Comments