Kölsch für Anfänger – Teil 3

So liebe Freunde, heute wird’s kompliziert, denn heute geht’s um die Grammatik. Okay, ganz so schwierig wird’s dann auch wieder nicht, denn das Kölsche ist geprägt von einer Reihe Vereinfachungen, zum Beispiel gibt es keinen Genitiv.

  • Besitzanzeigende Fälle werden mit Dativ und angehängtem Possessivpronomen gebildet: Das ist seins > Dat es däm sing oder Das Haus meines Bruders > Mingem Broder sing Huus. 
  • Der 1. Fall Nominativ und der 4. Fall Akkusativ sind immer identisch: Der Winter kommt. > D’r Winter kütt.
  • Verkleinerungsformen werden im Singular mit -sche oder -je gebildet, je nach vorangehendem Laut: Wägelchen > Wäjelsche, Tässchen > Täßje.
  • Im Plural wird ein r angehängt: Mehrere Vögelchen > Füjjelscher.
  • Der Infinitiv endet, außer bei einigen unregelmäßigen Verben, auf -e: setzen > setze, fummeln > fummele
  • Die Konjugation ist häufig einfach, indem 1. und 3. Person Plural mit der 1. Person Singular zusammenfallen: Ich stehe, wir stehen, sie stehen > ich stonn, mer stonn, se stonn.
  • Gesiezt wird in der Ihr-Form: Wat maat Ühr esu?
  • Das Präteritum oder Imperfekt wird im mündlichen Sprachgebrauch außer bei Hilfsverben oft durch das Perfekt ersetzt: Ich ging > Ich ben jejange.
  • Das Kölsche kennt das Gerundium, die sogenannte Rheinische Verlaufsform. Er schläft gerade. > Hä es am Schlofe. Sie wird für andauernde Zustände verwendet, die änderbar sind oder von begrenzter Dauer.
  • Für fortlaufende Handlungen oder Zustände wird die zweite Verlaufsform tun mit Infinitiv verwendet: Er kocht gerne. > Hä deit jään koche. Sie beschreibt Andauerndes meist grundsätzlicherer Bedeutung, mit dessen Änderung nicht, oder wenigstens nicht so bald, gerechnet wird.

So, das war doch gar nicht so schwer, oder? Demnächst in Teil 4: Wie beleidige ich meinen Nachbarn!?

7. Januar 2008  1 Comment

Kölsch für Anfänger – Teil 2

In Anbetracht der Tatsache, dass bald Karneval ist, kommt hier der zweite Teil für all die Imis und Möchtegernkölner, upjepass’ he… Nach dem wir in Teil 1 die Vokale und Konsonanten durchgenommen haben, geht’s diesmal um den Sprachverlauf und die Sprachmelodie:

  • Endungen (-e, -n, -t) werden meist getilgt: Woche > Woch, Mädchen > Mädche, Macht > Maach
  • Um den Wortfluss zu vereinfachen, wird einem Wort manchmal ein e vorangestellt oder eingefügt: so > (e)su, hinauf > (e)rop, elf > el(le)f.
  • Bei Fragen wird die vorletzte Silbe weiter in der Tonlage herab gezogen, während die letzte Silbe sehr viel höher geht, bevor sie wieder etwas abfällt.
  • Die Bedeutung eines Wortes kann von der Betonung im Satz abhängen > „Dat hät dä (e)su gesaat“ > „Das hat er ausdrücklich/wörtlich gesagt“, dagegen „Dat hät dä (e)su gesaat“ > „Das hat er (wohl) so dahergeplappert“. Diese „weichen“ Epenthesen dienen gelegentlich dazu, Rhythmus bzw. Melodie von Worten und Satztypen einander anzupassen.
  • Die Schärfung: Die Schärfung ist eine besondere Art der Vokalbetonung: Der Stimmton sackt dabei sehr schnell ab, mitunter so stark, dass er für einen Sekundenbruchteil unhörbar wird. Ohne Schärfung geht der Stimmton nur andeutungsweise nach unten und kehrt sofort wieder nach oben zurück. Die Schärfung ist hin und wieder sogar bedeutungsunterscheidend: „schlääch“ (schlääch) ohne Schärfung bedeutet „schlecht“, „Schläg“ (schläähch) mit Schärfung bedeutet „Schläge“.

Nächste Woche in Teil 3 : Die Grammatik!

 

28. Dezember 2007  2 Comments

Plädoyer für die Untüchtigen

Ich überlege gerade, ob ich das nicht schonmal in meinem alten Weblog geschrieben hatte, macht aber nix, der ist ja weg und das hier ist aktueller denn je…

Es ist ein Plädoyer zu sprechen für die Untüchtigen in unserem Leben, für die Versager, für die Nieten aller Branchen: Für den notorisch schlechten Schüler, der immer mutterseelenallein auf der hintersten Bank in der Klasse hockte, für den jämmerlichen Rekruten, dessen Stiefelspitzen regelmäßig fünf Zentimeter über die wie mit dem Lineal gezogene Paradefront hinausragten, für den unscheinbaren Angestellten, der das Wirtschaftswunder wirklich noch bewundert, weil er es nie begreifen wird, wie die anderen das machen.

Es ist eine Schweigeminute einzulegen für diejenigen unter uns, die ihr Leben lang unter dem Spott der anderen zu leiden haben: Eine Minute ernsthafte Betrachtung, ich bitte, für den Prügelknaben… Was ist in einer kläglich kurzen Minute zugunsten der Untüchtigen zu sagen? Dass sie so schlecht nicht sind, wie unsere Eitelkeit uns suggerieren möchte. Dass unser Maßstab schief ist und sich von Tag zu Tag mehr verbiegt. Dass wir die Schuldigen sind, weil wir mit größter Selbstverständlichkeit einer Lebensphilosophie huldigen, die inhumaner, verlogener und jämmerlicher ist als mancher unverhüllte Terror: Diese Lebensphilosophie heißt „Leistung". In gewissen östlichen Territorien unserer Erde wird der Mensch, wie man weiß, danach gemessen, wie er sein Soll erfüllt, wie er die Norm erreicht oder gar überschreitet. Und in gewissen westlichen Hemisphären gilt der Mann als der gelungenste, der die meisten Dollars „macht" – Der Mensch also wäre nichts, der die Norm nicht erfüllt, der nicht genügend Geld macht? Der Mensch also ist nichts, sondern tut bloß etwas? Das erbarmungslose und grausame dieser Lebensphilosophie liegt darin, dass sie die gesamte menschliche Zivilisation mit einer Art Fabrik verwechselt, die, obzwar von Menschen für Menschen erfunden, nun ihrerseits als Anspruch und Maßstab menschlichen Werts gilt: Diejenigen Maschinen, die am meisten produzieren, sind die besten Maschinen – Pardon: Menschen.

Und wer nicht genügend produziert? Wer nichts tut? Der kann sich immer noch darauf berufen, zu sein. Zum Beispiel einfach vorhanden zu sein. Und das ist schon sehr viel. Einen neiderfüllten Blick dem Klassenletzten auf der hintersten Bank! Der wusste das alles schon damals und sah uns spöttisch lächelnd in den Wahnsinn der Leistung stolpern…

5. Dezember 2007  2 Comments

Die lange Nacht der Kölner Museen

Einmal im Jahr hat jeder, der will, die Möglichkeit durch unzählige Ausstellungshallen zu wandern oder an sonstigen künstlerischen Tätigkeiten teilzunehmen, denn einmal im Jahr ist die “Lange Nacht der Kölner Museen”. Getreu dem Motto “Jeder Jeck is anders” ist von Lesungen über Theateraufführungen bis hin zur abgefahrenen Ein-Mann-Performance im selbstgebastelten Hühnerkostüm so einiges zu sehen auf den über 100 Veranstaltungen. Bis hierhin klingt alles ganz nett und toll und wie aus ‘nem Prospekt, deshalb schreibe ich doch mal die Wahrheit über diese Veranstaltung: Ein Albtraum! Da wäre zunächst einmal die Tatsache, dass man allerhöchstens 4 Punkte schaffen kann, was meiner Meinung nach viel zu wenig ist. Wenn man sich auf diese endgeilen Shuttlebusse der KVB verlässt, schafft man sogar nur eine bis zwei, aber dazu später mehr. Wenn man, wie ich, absolut keinen Plan von der Kunst an sich hat, ist vier von 100 eine absolut erbärmliche Trefferquote, selbst ein Sechser im Lotto kommt häufiger vor und somit war eigentlich von Anfang an klar, dass ich mir nur Schrott ansehen werde. In diesem Heftchen, in dem alles erklärt war, zu blättern hat mich schon nach wenigen Minuten abgefuckt, viel zu viel Informationen. Hinten die Auflistung des Programmes, vorne die Legende mit 7 unterschiedlichen Punkten und in der Mitte kreuz und quer verteilt die einzelnen Darbietungen, phantastisch! Wir entschieden uns in einer Art Gemeinschaftsarbeit für unseren ersten Punkt, die Sternwarte in Köln Sülz lädt ein zur Planetariumsshow “Der Himmel über Köln”. Sterne gucken ist cool, Köln ist cool und durch so’n riesiges Rohr hab ich auch noch nie geschaut, alles klar, ist gebongt. Als wir kurze Zeit später dort eintrafen, folgte umgehende Ernüchterung! In einem Saal saßen jede Menge Menschen und starrten auf eine winzige Leinwand, auf der der Himmel über Köln mittels Beamer projektiert wurde, dazu erzählte ein Typ in Sendung mit der Maus Manier und fuchtelte zittrig mit einem Laserpointer über das Bild, tärätätä, ich werd elektrisch… Draußen im Vorraum hingen fünf, schnell ausgedruckte Papierfetzen an den Wänden und das einzige Rohr, das ich in die Finger bekam, war mein eigenes, na spitze, das hätt ich auch zuhause haben können. Nachdem der Spuk vorbei war, ging’s zum Neumarkt ins Käthe Kollwitz Museum zu den “Extravaganten”, einem zehnköpfigen Damenorchester, das einen durchaus gelungenen Auftritt ablieferte, glaube ich jedenfalls, denn gesehen habe ich gar nichts, wofür ich mich an dieser Stelle ganz lieb bei den Kölner Verkehrsbetrieben und ihrer astreinen Planung bedanken möchte, denn diese Shuttlebusse sind eine gaaanz tolle Sache gewesen. Als wir dort ankamen knubbelten sich die Leute bereits in Zehnerreihen vor der Bühne, tja, da machste nix… außer Bilder von Käthe Kollwitz anglotzen halt, was jetzt auch nicht gerade sooo spektakulär ist und innerhalb kürzester Zeit erledigt ist. Als nächstes wollten wir Seilbahn fahren, nachts im Dunkeln zehn Minuten über den Rhein, da kann man schon einiges anstellen… Doof nur, dass dafür keine Zeit mehr war, denn um 00:45 Uhr fing im Mediapark schon mein persönlicher Höhepunkt des Abends an, der “Swinger Club”. Laut des Heftchens handelte es sich dabei um drei Jungs, die grenzenlosen Humor mit erstklassigem, musikalischem Jazz-Handwerk verbinden, das klingt doch nach was. Da wir diesmal nicht wieder die letzten der Letzten sein wollten, ging’s mehr als pünktlich los, sollte es mehr als pünktlich losgehen, denn, und mein grenzenloser Dank geht erneut an die KVB, es kam und kam keiner dieser Shuttlebusse. Doch, es kamen etliche, nur leider keiner der sogenannten Tour Nord. Vier Ost-, zwei Westbusse und 20 Minuten später dann der Nord-Bus. Der fuhr lustig an allen Wartenden vorbei und stand wenige Augenblicke später mitten auf der Straße, fahrerlos wohlgemerkt. Natürlich ist es nicht einfach so ein “Fest” zu organisieren, aber was da ablief war einfach ein Witz. Nach vergeblichen Bemühungen den Bus zu entern, entschieden wir uns dann für ein Taxi, denn wenn ich an dem Abend was sehen wollte, dann die lustige Spaßkombo. Unser Vorteil: Alle anderen, die auch dorthin wollten, standen noch quer in der Stadt verteilt und warteten auf den Bus der Tour Nord… Ankommen, Bier kaufen und dann lustig mit den Fingern schnipsen, so der weitere Plan. Ich kam an, kaufte Bier und langweilte mich zu Tode… Keine Spur von grenzenlosem Humor, nicht mal ansatzweise irgendwas in diese Richtung, ich hatte mehr Spaß am Geruch meiner Gyros-Tzaziki-Rülpser als an den drei “Künstlern”, die anscheinend aus einer Bierlaune heraus planten eine Band zu gründen und an dem Event teilzunehmen. Zum Glück dauerten diese gefühlten zwei Stunden nur knapp 30 Minuten, so hat eben alles seine Vor- und Nachteile. Das einzig Positive an diesem gesamten Abend war die junge Frau auf der hippen Aftershow-Party im Stadtgarten (Gott möge mir verzeihen, dass ich zu so etwas Abgerfucktem gegangen bin, das so einen Namen trägt), die sich die ganze Zeit an meiner rattenscharfen Hose erfreut hat und natürlich die Menschen, mit denen ich unterwegs war…

5. November 2007  2 Comments

Unfassbares!

-Rauchverbot auf Kölner Spielplätzen-

34 Jahre lang verweile ich jetzt schon in dieser Welt, unglaublich, ein Drittel meines Lebens, und jeden Tag entdecke ich etwas Neues, das mich fast verrückt werden lässt: Gestern Abend auf dem Weg zum Praktiker kam auf Einslive ein Beitrag zum Thema “In Köln wird das Rauchen auf Spielplätzen verboten”, was ich, aufgrund der Menge an vorhandener Frischluft, zwar als übertrieben ansehe, aber dennoch irgendwie vertreten kann. Absolut unvertretbar dagegen sind die Kommentare der Anrufer, die das Ganze für eine gute Idee halten, weil dann weniger Kippen rumliegen. Ihr dämlichen Idioten, wie kann man nur so dermaßen blöd sein!? Ich verachte euch zutiefst, weil ihr nicht mal in der Lage seid, die einfachsten Zusammenhänge in eure Birne zu kriegen. Es ging darum, dass der Rauch schädlich ist und nicht um herumliegende Zigarettenstummel, die darf man nämlich, selbst wenn man dort rauchen darf, trotzdem nicht einfach achtlos wegwerfen. Wie soll ich ein glückliches Leben führen, wenn um mich herum nur Idioten rumlaufen, die mich mit ihrem Schwachsinn um den Verstand bringen?

-Täuschen, tarnen und einsacken-

Unglaublich, mit welchen hinterhältigen Tricks und Machenschaften der kapitalistische Westen uns arme Bürger abzockt bzw. verarscht. Nehmen wir als kleines Beispiel die Mehrwertsteuererhöhung von 16 auf 19%, die natürlich nicht von den Unternehmen getragen wird, sondern vom kleinen Endverbraucher. Da werden einfach ein paar neue Aufkleber auf alte Produkte geklebt, die von einer “besseren” oder “verfeinerten” Qualität reden und schwupps, kassiert man dafür gleich mal ein paar Cent mehr obwohl derselbe Rotz in der Tüte ist wie vor 3 Jahren. Eine andere Masche: Dinge, die zum alltäglichen Gebrauch gehören werden selten teurer, weil’s natürlich sofort jedem auffällt, aber wer hat zum Beispiel die Preise für ein paar Schnürsenkel im Kopf!? Früher 1,29€ – jetzt 1,39€ und zack, 3% MwSt-Erhöhung reingeholt plus weiteren 5% zusätzlich. Aldi Nord beispielsweise kündigte in den vergangenen Wochen groß an: “Mehr bezahlen wegen der Mehrwertsteuer? Nicht bei uns! 200 Produkte zu alten Preisen.” Wie gut, dass die komplette Produktpalette des “Billig-Discounters” nahezu 700 Artikel umfasst, bleiben also 500 übrig, auf die man prima was draufschlagen kann.

Bleiben wir gleich bei Aldi und wechseln lediglich die Region, sprich, aus Nord mach Süd: “Belmont”, ein Kaffee-Milch-Mischgetränk, Milchanteil 70%, MwSt. 19%. Nach einer klitzekleinen Änderung der Rezeptur ergibt sich daraus folgendes: Milchanteil 75%, MwSt. 7%, denn laut Gesetz der Bundesrepublik Deutschland mutiert “Belmont” durch den höheren Milchanteil plötzlich zu einem förderungswürdigen Produkt, das nur noch mit dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz belegt wird, der für die meisten Lebensmittel gilt und nicht geändert wird. Ist ja eigentlich ganz nett sollte man meinen, aber leider gibt Aldi diese Ersparnis nicht an seine Kunden weiter, denn die zahlen weiterhin den alten Preis – 5 Cent pro Fläschchen mehr, cash in Karls Täsch.

Punkt Drei unserer kleinen Gaunereien, die Unaufmerksamkeit: Schon mal die Bonbons in einer Werther’s Tüte gezählt? Nicht? Die Pflaster von Hansaplast oder Windeln in einem Pampers Karton? Wo vorher 1,5 Kilo drin waren, prangert ein großes, fettes “NEU – Jetzt 1,3 Kilo” und alle denken, dass sie ein Schnäppchen machen obwohl weniger drin ist als vorher, zu geil…

-Gillette Fusion Power-

Ach ja, Fernsehwerbung ist doch immer wieder schön. Mein neuestes Lieblingsschwachsinnsprodukt ist der Rasierer Fusion Power von Gillette. Stealth wohlgemerkt, denn zu Beginn gab es ja nur den 0815 Fusion Power, der war zwar schon endgeil und das Schärfste, womit sich die Männerwelt bis dato das Gesicht aufschlitzte, aber anscheinend nicht geil in Punkto Verkaufszahlen oder wieso kam plötzlich das Modell “Stealth” auf den Markt? Ein kurzer Blick auf die Homepage des Herstellers verriet mir, dass sich die beiden Modelle in keiner Art und Weise voneinander unterscheiden, sieht man mal von der “Stealth-Technik” ab, die in Form einer handelsüblichen Batterie daherkommt. Also ich verstehe unter dem Begriff “Stealth” eine Technik, die die Radarortung unwirksam machen soll und was anderes finde ich auch nicht im Internet. Was soll mir dieses Stealth bloß bringen? Beim Rasieren gar nichts, ich könnte allerdings abends beim Stammtisch damit prahlen, dass mein Gillette Fusion Power Stealth so geil ist, weil er von keinem Radar der Welt gesichtet werden kann, da können die Anderen einpacken mit ihren billigen Fusion Power’s, Mach Drei’s und Wilkinson Xtreme’s, ich hab den Stealth, Mann, und den Längsten!!! Gibt es wirklich Männer, die sich, aufgrund dieser kleinen Exkursion in die Tarnkappentechnik, dazu animiert fühlen das Modell Stealth besitzen zu müssen und wenn ja, was sind das dann für Kerle? Porschefahrer, Rolexträger oder doch eher der Idiot von Nebenan? Ich tippe mal auf den Idioten von Nebenan, für den die bunte Welt im Fernsehen immer noch das Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit darstellt. Ein Mann, der einen Stealth-Rasierer cool findet obwohl er nicht mal weiß, aber das sagt er nicht auf Partys, was das Wort überhaupt bedeutet. Ein Mann, der sich von der Werbung verarschen lässt und es selbst nicht einmal merkt.

-Pizzalieferservice Köln-

Hier im Stadtteil Merheim gibt es, wie in der ganzen Stadt und in vermutlich jeder anderen, größeren Stadt auch, etliche dieser kleinen Klitschen und einer davon möchte ich hier und heute diesen Eintrag widmen, dem Vingster Food Service in der Kampstr. 2 in 51107 Köln, den größten Dilettanten, die jemals das Licht der Welt erblickt haben. Keine Ahnung wie oft dort schon von uns bestellt wurde, aber jedesmal wenn eines dieser Baguettes bestellt wird, vergessen die miesen Penner die Remoulade. Absicht oder nicht, ich weiß es nicht, habe jedoch unlängst versucht dieses Missgeschick durch einen Anruf zu klären, doof nur, dass der Kerl am anderen Ende der Leitung außer Zahlen und Straßennamen kein Wort verstand, was wiederum die Frage aufwirft, ob das ebenfalls zur cleveren Geschätfsidee “Täuschen, Tarnen und Verpissen” gehört oder ob es einfach nur dämlich ist jemanden zu beschäftigen, der nahezu kein Wort deutsch kann?
“ßisijarijorum!?”
“Fa. *Piep*, wir hatten eben bei Ihnen bestellt und es war zum hundertsten Mal keine Remoulade auf den Baguettes.”
“Remoulade nix gut?”
“Wat? Wie nix gut, es war gar keine Remoulade drauf.”
“Was drauf?”
“Remoulaaaade!”
“Wolle ohne Remoulade bestellen?”
“Ich will nichts bestellen, ich will mich beschweren und zwar darüber, dass ihr NIE Remoulade auf die Baguettes tut, die Dinger sind knochentrocken. Auf der Karte steht dick und fett drauf: Leckere Baguettes MIT Remoulade, aber das ist gelogen, ihr habt doch gar keine Remoulade.”
Stille am anderen Ende!
“Hallo!?”
“Ja?”
“Ja wie ja, und jetzt?”
“Macke näckste Mal okay?”
Obwohl ich genau wusste, das der Sack überhaupt nicht verstand um was es geht und ich mir 100 %ig sicher war, dass wieder keine Remoulade drauf sein würde sagte ich nur “Ja, ja, okay, macke näckste Mal, mhm…” und legte auf. Heute war zufälligerweise das näckste Mal™ und diesmal wollte ich auf Nummer sicher, also wartete ich eine Stunde lang am Empfang auf den Liefertypen um ihn im Falle von fehlender Sauce direkt wieder nach Hause zu schicken mit dem Scheiß. Der Kerl kam, ich öffnete blitzschnell die Folie und sah zu meinem Erstaunen jede Menge der köstlichen, weißen Sauce, nanu!? Zufrieden ging ich mit einem Kollegen (Mätes, der Yeti-Jochen!) in unser en vagues Bistro und freute mich, bis ihm kurz darauf auffiel, dass gar kein Käse auf den Baguettes war! Gibt’s ja nicht, da war ich so auf die Remoulade fixiert, dass ich das eiskalt übersehen habe, diese miesen Trickser!!! Der Kerl am Telefon lacht sich just in diesem Moment wahrscheinlich ein zweites Loch in seinen Arsch und ich besorge mir jetzt erstmal eine schöne Trillerpfeife für meinen nächsten Anruf in dem Pissbunker!

23. Oktober 2007  Leave a comment

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