Wie ich zum Rechten wurde

Was aus dem Ärger über eine kurzzeitige Geschwindigkeitsbegrenzung alles entstehen kann, verrückt! Angefangen hat alles vor einigen Jahren und zwar auf dem Weg zu meiner damaligen Arbeit bei Fairfuck, äh, Fickrank. Fickfuck? Fairrank! Entschuldigung, immer wenn ich mich an finstere Zeiten erinnere, treten diese Wortfindungsstörungen auf, also schnell zurück zum Thema, ich hab viel vor. Fast jeden Morgen führte der Weg zur Arbeit durch die Ottostraße, in der immer die Bullen standen. Was macht der gesetzestreue Bürger in so einem Fall? Richtig, schön in den zweiten Gang schalten und mit 25 bis 30 km/h an den Spacken vorbei gurken. Mann, hat mich das jedes Mal abgefuckt! Getreu dem Motto „Steter Tropfen höhlt den Stein“, steigerte sich dieses kleine Übel in ein mittelgroßes Ärgernis und es war an der Zeit der Sache auf den Grund zu gehen: Wieso zum Geier stehen die Bullen ständig da rum und was macht dieser komische Kerl im Anzug an der Ecke, der aussieht wie ein Geheimagent?

Natürlich war während der vielen Fahrten längst aufgefallen, dass sowohl die beiden Beamten im Fahrzeug als auch der komische Kerl irgendetwas bewachten und zwar ein Gebäude, das von riesigen Mauern umgeben und mit etlichen Kameras versehen war, das Jüdische Wohlfahrtszentrum. Während die meisten Menschen dies als völlig normal ansehen, stellte ich mir die Frage warum das so ist und fand keine befriedigende Antwort. Aber was sollte ich tun, denn die Geschichte hat schließlich jeden Deutschen dazu verbannt, dass man bei der öffentlichen Aussprache eines einfaches Wortes wie „Jude“ direkt komisch angesehen wird. Und wenn man dann wie in meinem Fall zusätzlich eine Glatze hat, ist’s eh ganz gelaufen und man wird direkt als Rechtsradikaler oder Nazi abgestempelt. Allein über diese zwei Punkte könnte ich mich schon maßlos aufregen und wild um mich schlagen, wie kann man nur so dermaßen bescheuert sein? Das Wort „Jude“ ist nichts weiter als die Bezeichnung eines Angehörigen des jüdischen Volkes und nur weil mir bereits mit Anfang 20 die Haare ausfielen und ich mich, um nicht wie ein Idiot auszusehen, dazu entschied den Rest auch abzusäbeln, bin ich rechtsradikal? Fickt euch, ich mache da nicht mit und es kotzt mich regelrecht an mir immer wieder eine Schuld aufzwingen zu lassen, an deren Ursache ich nicht mal ansatzweise beteiligt war. Ich fühle Trauer, ich fühle Mitleid, ich fühle Zorn, Hass und Wut aber ich fühle mich verdammt nochmal nicht schuldig.

Man sollte meinen, dass die Antwort auf meine anfängliche Frage somit bereits gefunden wäre: Die Polizei schützt das Jüdische Wohlfahrtszentrum vor Übergriffen von Deutschen Soldaten, aber das kann ja wohl nur ein schlechter Witz sein, denn dieser Krieg ist seit einer Ewigkeit vorbei.  Dann beschützen sie halt das Gebäude aufgrund der Tatsache, dass immer wieder mal ein paar minderbemittelte Schwachköpfe mit Sprühdose bewaffnet Hakenkreuze  sprayen, okay. So blöd ist allerdings nicht mal der größte Schwachsinnige, dass er am helllichten Tag die Mauern einer jüdischen Einrichtung besprüht, erst Recht nicht angesichts der zahlreichen Kameras und dem komischen Kerl an der Ecke.  Was hätten wir noch, hah, die Palästinenser! Aber hier in Deutschland? Eher unwahrscheinlich! Falls tatsächlich jemand in großem Trupp anrücken würde, könnten die zwei Polizeibeamten eh nichts ausrichten und wenn jemand alleine mit einer Bombe in der Tasche das Gebäude betreten würde, bekämen das die Schnarchnasen auch nicht mit.

Die große Ratlosigkeit und deren Folgen

Langsam gehen mir die Ideen aus, denn alle natürlichen Feinde des gemeinen Juden an sich kann ich ausschließen und das macht mich sauer. Wenn also keine offensichtliche Gefahr besteht, warum wird dann so ein Fass aufgemacht? Ich wette die beiden Beamten, die morgens beim Würfeln den Job zugeteilt bekommen, würden viel lieber richtige Polizeiarbeit verrichten als stundenlang in der Karre zu hocken und darauf zu warten, dass nichts passiert. So ein Einsatz kostet schließlich auch Geld  und ich muss langsam fahren! Mittlerweile geht’s mir allerdings schon gar nicht mehr um die Geschwindigkeit meines Fahrzeuges, jetzt will ich wissen warum das so ist wie es ist. Ihr solltet euch das Gebäude mal ansehen, allein die zwei Reihen dieser Sicherheitspömpel sehen schon furchteinflößend aus.


©2006 Elke Wetzig

Aufgrund der Ratlosigkeit machen sich plötzlich komische Gedanken breit: Die Jüdische Gemeinde möchte mit diesem Bollwerk der Sicherheit Ängste schüren, seht alle her, es besteht nach wie vor Gefahr für die Juden in Köln. Man kann überhaupt nicht daran vorbei gehen ohne sich Gedanken zu machen, vielleicht zielt man also darauf ab, an die Vergangenheit zu erinnern und den Leuten wieder dieses Schuldgefühl zu vermitteln. Wenn man diese wirren Theorien liest, bekommt man plötzlich den miesen Geschmack eines Rechtsradikalen, dabei ist es in Wirklichkeit nichts weiter als mangelnde Information, die somit ganz klar die Wurzel alles Bösen ist. Jetzt hab ich endgültig die Schnauze voll, ich lese mich durch etliche Seiten im Internet und zahllose Polizeiberichte, aber nirgends taucht etwas auf. Also gut, fragen wir halt nach! Beim Schreiben der E-Mail fühle ich mich irgendwie schlecht, wie kann ich mir die Frechheit herausnehmen und nachfragen warum das Jüdische Wohlfahrtszentrum besser bewacht wird als jede Irrenanstalt? Ich muss es einfach wissen! Natürlich schildere ich in meiner E-Mail all meine Theorien, warum auch nicht, ich hab schließlich keine Ahnung. Zack, abgeschickt und abwarten, ich bin mehr als gespannt.

Keine Antwort ist die niveauloseste aller Antworten

Wochen vergehen und ich erhalte keine Antwort. In der Zwischenzeit fahre ich gar nicht mehr durch die Ottostraße aber das juckt mich schon lange nicht mehr denn jetzt bin ich angepisst weil die Penner nicht antworten. Erstens ist so etwas absolut unhöflich und zweitens sollte man gerade bei so einem heiklen Thema immer antworten, denn die Gefahr durch Eigeninterpretation ist wie oben beschrieben hoch.  Ein paar Tage später beschließe ich eine zweite E-Mail zu schreiben, diesmal etwas unfreundlicher und mit der Information das Jüdische Wohlfahrtszentrum auf meiner megafrequentierten Homepage ordentlich durch den Kakao zu ziehen und siehe da, ich wurde gehört.

Ihre E-Mails vom 28. November und 5. Januar haben wir erhalten. Für weitere (Hintergrund-)Informationen zur Synagogen-Gemeinde Köln dürfen wir Sie auf unsere Homepage www.sgk.de verweisen. Darüber hinaus bitten wir von der Zusendung weiterer E-Mails oder sonstiger Korrespondenz abzusehen.

Unfassbar, der Geschäftsführer der Synagogen-Gemeinde Köln, der diese E-Mail verfasst haben soll, muss ein totaler Vollidiot sein wenn er mich auf seine Homepage verweist, denn dort ist die Antwort auf meine Frage nicht zu finden. Dafür sieht man auf seiner Seite aber ein viel schöneres Bild des Zentrums, nämlich ohne Mauern, Kameras und Pömpel. Und jetzt? Kann ja wohl nicht wahr sein! Nicht nur, dass ich keine Antwort auf meine Frage bekommen habe, der Kerl beleidigt mich auch noch mit seiner Aussage von weiterer Korrespondenz abzusehen, weil er mich entweder für einen Vollidioten oder Rechtsextremen hält. Bin ich aber beides nicht, ich bin nur auf der Suche nach einer Antwort, die ich mir jetzt selber basteln muss: Ich kann keine Notwendigkeit für die Bewachung durch die Polizei erkennen und mir wurde auch kein Grund genannt, bleibt also nur noch die Theorie der Panikmache und nie endender Schuldzuweisung übrig, okay… Passt auch irgendwie alles gut zusammen mit den unterschiedlichen Bildern und der Antwort des Synagogen-Bosses und so. Meiner eigenen Theorie nach bedeutet das, dass ich ab sofort „rechts“ bin. Nicht aus freien Stücken sondern vielmehr weil ich von der Synagogen-Gemeinde Köln dazu gezwungen werde. Hat man so bestimmt auch noch nie erlebt. Wenn ich jetzt „Ich bin rechts wegen den Juden“, sage, könnte ich sofort Mitglied in sämtlichen widerlichen Parteien Deutschlands werden, verrückte Sache was mithilfe der Sprache und dem Weglassen von Informationen alles möglich ist, erst Recht wenn man bedenkt, dass ich eigentlich nichts weiter als 200 Meter mit 50 km/h durch eine Straße fahren wollte.

26. Januar 2012  1 Comment

Das Ende der kulinarischen Göttlichkeit

Neulich beim Verzehr eines Mettbrötchens wurde mir wieder vor Augen geführt was beinahe in Vergessenheit geraten wäre und mich zu Tode betrübte: Das Aus zweier der großartigsten Lebensmittel in meiner alten Heimatstadt Bergisch Gladbach.

Mett gibt es zwar an allen Ecken und Enden aber qualitativ, bzw. geschmacklich betrachtet kommt absolut niemand an das Produkt des Edeka Marktes Cürten in Refrath heran, niemand. Eines Morgens fuhr ich vollgestopft mit Vorfreude von Ehrenfeld nach Refrath um mich mit einem gewaltigen Vorrat des besten Metts des Rheinlandes einzudecken und staunte nicht schlecht als ich vor verschlossener Türe stand. Laden zu, aus die Maus! Wie gelähmt stand ich gefühlte zehn Minuten vor dem leeren Geschäft, ging um die Ecke und wieder zurück und stand erneut ratlos da. „Wie können die Penner mir nur so was antun?“, fragte ich mich und trat resigniert den Rückweg an. Später erfuhr ich dann, „dass es nicht mehr lief“. 1932 wurde die Metzgerei und somit ein Urgestein eröffnet und Jahrzehnte später lief es nicht mehr, wer trägt die Schuld? Die Antwort darauf ist dieselbe Antwort wie beinahe immer wenn es um den Wegfall von kleinen Geschäften geht: Großkonzerne! Diese dicken, fetten Unternehmen, die ihre gierigen Griffel nach jedem Cent ausstrecken, der noch irgendwo zu holen ist. Aldi, Lidl, REWE, ätzendes Pack! Wobei ich besagten Unternehmen eigentlich nur eine Teilschuld einräumen möchte, denn die machen nichts anderes als ein Angebot an die Einwohner der Stadt: „Hier, kommt zu mir, bei mir kostet die Wurst 15 Cent weniger als da vorne und parken könnt ihr hier auch umsonst.“ Schmeckt zwar scheiße, ist aber billig, und billig, hey, da stehst Du doch drauf! Und was machen die geizigen, faulen Primaten? Hinrennen, bzw. hinfahren, am besten mit dem PKW durch den Laden ohne auszusteigen. Ihr alle tragt also Schuld daran, dass ich kein Mett bekomme, schämen solltet ihr euch!  Auch wenn Cürtens Schwester eine neue Metzgerei unter dem alten Namen eröffnet hat, so ist und bleibt es einfach nicht dasselbe, erst recht nicht vom Geschmack her auch wenn das der ein oder andere behauptet. Bleibt mir also nichts weiter als geschmacklich minderwertiges Mett zu kaufen und bei jedem Bissen an vergangene Tage und den kleinen Edeka-Markt in Refrath zu denken oder nie mehr Mett zu essen und langsam aber sicher dessen Existenz zu vergessen.

Der schmerzvollste Verlust, den Bergisch Gladbach in seiner kulinarischen Geschichte jemals hinnehmen musste, ist allerdings ein ganz anderer: Der Besitzerwechsel im Hellas Grill auf der Bensberger Straße! Im zarten Alter von 12 Jahren lief ich zum ersten Mal an besagtem Imbiss vorbei und schaute irritiert auf die beschlagene Fensterfront. Man konnte absolut nicht sehen, was in dem Laden vor sich ging und so entstanden die wildesten Phantasien von Mafiabude bis zu einem Treffpunkt für versoffene Schlägertypen. Ich wäre zu dem Zeitpunkt lieber brennend durch eine Dynamitfabrik gerannt als auch nur einen einzigen Fuß in diese finstere Hütte zu setzen. Eines Tages dann aber sollte es so weit sein, der Wechsel vom Kind sein zum rebellischen Jugendlichen stand bevor und es war an der Zeit seinen Mann zu stehen. (In erster Linie verdanke ich meinen ersten Besuch im Hellas Grill eigentlich meinem damaligen besten Kumpel Mike Heydecke, denn der kam eines Tages auf die glorreiche Idee Pommes zu essen und weit und breit war nichts zu finden außer eben der unheimlichen Bude.) Voller Mut aber jederzeit dazu bereit die Flucht zu ergreifen, wurde die Türe aufgezogen und der Schritt ins Innere der Dampfhöhle gewagt und siehe da, alles ganz normal, bis eben auf die beschlagenen Scheiben. Erleichtert stand ich vor dem Tresen und schaute auf die riesige Tafel, auf der die Gerichte angeboten wurden und war aufgrund der Anzahl mehr als verwirrt. Dann endlich entdeckte ich sie: Pommes, für 1,20 DM und 30 Pfennig für eine der besten Currysaucen, die jemals angerührt worden sind. Unvorstellbar, dass man heute irgendwo für den Preis Fritten bekommt.

In der hinteren Ecke des Hellas Grills stand ein Spielautomat auf dem Double Dragon installiert war und nachdem die erste Mark in der Kiste verschwand und gezockt wurde, waren alle Zweifel dahin, der Hellas Grill war unser neues zuhause, wie konnten wir bloß vorher ohne ihn leben!? Irgendwann hatten wir den richtigen Zeitpunkt herausbekommen wann man die Münze in den Schlitz stecken musste um an ein Freispiel zu kommen, nämlich exakt acht grüne Lämpchen vor dem einen roten. Nach und nach kamen immer mehr Leute mit und wir freundeten uns mit den beiden Söhnen der Besitzer an, die fleißig mit uns zockten und auch hier und da mal ´ne Gratispommes springen ließen. Nach einigen Wochen war es dann so weit, es gelang uns erstmalig mit nur einer einzigen Mark das komplette Spiel durchzuspielen und wir fühlten uns wie die Herrscher des Universums. Von nun an lauerten wir täglich auf Amateure, die bereits nach zwei Minuten platt waren um sie anschließend auszulachen und ihnen dann zu zeigen, wie richtige Männer das machen, eine schöne Zeit.

Ich fürchte die Griechen, selbst ihre Geschenke

Die Familie, die den Gyrostempel betrieb, bestand aus waschechten Griechen. Die Frau hatte den übelsten Damenbart, den ich je zu Gesicht bekommen habe, die beiden Kinder waren mordsmäßig fett und der Mann immer schlecht gelaunt und behaart wie Affe. Ich glaube, der hatte sogar Haare in den Handinnenflächen, bin mir aber nicht mehr hundertprozentig sicher. Eines Tages sah ein Freund, dass irgendjemand 10 Pfennig in einem der Geldspielautomaten vergessen hatte und da außer uns absolut niemand anwesend war, ging er, voller freudiger Erwartung über den großen Geldsegen, hin und drückte den Auszahlknopf. Im selben Moment wie das typische Auswerfgeräusch ertönte, schnellte das haarige Griechenmonster um die Ecke und blaffte uns mit tiefster Höllenstimme quer durch den ganzen Laden an. Alter Falter, so was hatte ich bis dahin noch nicht gehört und seitdem zum Glück auch nie wieder. Wenn der Kerl ein Messer in der Hand gehabt hätte, wären wir vermutlich schreiend und mit vollgepisster Hose aus dem Laden gerannt. Die Lautstärke im Hellas war eh immer weit über der Norm, denn es wurde sich hinter der Theke laufend wegen irgendwas gestritten, aber die Nummer hatte uns mehr als nur einen Schrecken eingejagt.

Das große Fressen

Kommen wir zum Essen, das mit einem einzigen Wort beschreibbar ist: Göttlich! Das Gyrosfleisch war einfach der absolute Wahnsinn. Mager, kross, einfach sensationell. Ich habe in meinem Leben so verdammt viel Gyros bei anderen Buden gegessen und nirgends war es auch nur annähernd vergleichbar. 2001, Ferkulum, Pfeilergrill, Kavalla, Eurogrill, die alle verkaufen zwar halbwegs akzeptables Fleisch aber im Vergleich zum ehemaligen Hellas Grill, kein Kommentar. Beim Tsatsiki dasselbe Spiel… Und die Pizza erst, die in dem kleinen Schuppen gebacken wurde, leckomio! Zwei Zentimeter dicke Käseschicht und total salzig, unfassbar, war die geil, erst Recht in Kombination mit Gyrostopping. Keine Ahnung wie die das angestellt haben, vielleicht lag es an der Mischung aus Schweiß und Speichel, die regelmäßig aufs Essen tropfte, denn der Mann hat immer geschwitzt wie ein Schwein und auch gerne mal auf übelste Art und Weise aufs Essen gehustet. Also im Nachhinein irgendwie leicht eklig, aber na ja, was soll’s, beim Mäckes wird, laut Aussage ehemaliger MC Donalds Mitarbeiter, eh auf jeden zweiten Burger gerotzt, von daher…

Jedem Ende folgt ein Anfang

Irgendwann hatte die schrecklich nette Familie die Aufgabe des Hellas Grills im Sinn und so trug es sich zu, dass eines Tages eine fremde Frau im Laden stand und den beiden aushalf. Eigentlich sollte sie an die Geheimnisse der Gyroszubereitung herangeführt werden aber im Nachhinein betrachtet schien sie nichts gelernt zu haben. Die hatte schon früher beim „Verräter“ (Der Grieche neben dem ehemaligen Kanapee) gearbeitet und wollte anscheinend nun den Gyrosmarkt revolutionieren, eine fatale Entscheidung. Und dann war’s vorbei, einfach so, weg waren sie meine Lieblingsgriechen, ein schwarzer Tag in der Geschichte Bergisch Gladbachs. Aus rein sentimentalen Grünen war ich anschließend noch ein paar Mal in dem Laden, aber das Essen, nun ja… Fast jedes Mal, denn die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, wenn ich irgendwo an einer fremden Bude einen Gyrosversuch wage und erneut bitter enttäuscht werde, denke ich an meinen innig geliebten Hellas Grill zurück, das waren Zeiten. Kanapee, Holzwurm, Josies Bierstübchen, Hellas Grill, alles hat ein Ende, genau wie dieser Ausflug hier in die Vergangenheit. Vielleicht fahre ich eines Tages noch einmal hin, einfach so um zu gucken und um die schönen Erinnerungen am Leben zu erhalten, vielleicht aber auch nicht…

13. Januar 2012  2 Comments

Willkommen 2012

Neues Jahr, neues Aussehen, jedenfalls was die Erzählbar angeht. Weg mit dem ganzen bunten Krempel und hin zur Einfachheit. Außerdem habe ich nahezu alle Einträge gelöscht bis auf ca. 40 Stück, Schluss mit diesem privaten Quatsch hier. Freuen wir uns also laut den Mayas gemeinsam auf die letzten zwölf Monate unseres Lebens und hauen noch mal so richtig schön auf die Kacke. Um direkt groß einzusteigen nimmt sich Agis Erzählbar als erstes die Juden vor, genauer gesagt das “Jüdische Wohlfahrtszentrum” in der Ottostraße 85, hier um die Ecke, die gehen mir schon seit Jahren auf den Sack. Ich gebe ihnen allerdings noch zwei, drei Tage Zeit um auf meine E-Mail zu antworten bevor ich sie ordentlich durch den Kakao ziehe, soviel Fairness muss sein…

 

3. Januar 2012  3 Comments

Die Nordseekrabbe

Wenn ich zum Bäcker gehe, dort auf ein Puddingteilchen zeige und sage: “Ich hätte gerne diesen Berliner”, hält mich die Verkäuferin für verrückt und wenn ich beim Metzger Salami mit den Worten: “Fleischwurst” bestelle, werde ich ebenfalls blöd angeguckt. Wenn aber die ganze Welt von Krabben redet wobei diese kleinen possierlichen Tierchen aber eigentlich Garnelen sind, scheint das völlig in Ordnung zu sein.

Bei meinem nächtlichen Streifzug durch die Fernsehlandschaft bin ich bei Phoenix und einer Dokumentation über die Nordseekrabbe hängen geblieben. Nachdem die Tiere gefangen werden, geht’s erstmal in ‘nen LKW und 3000 Kilometer weit weg nach Marokko oder Tunesien. Da werden diese Krabben dann von Frauen gepult und zwar in riesigen Hallen für sagenhafte fünf Euro Lohn pro Tag (Männer arbeiten in diesen Ländern übrigens nicht, die hängen zuhause rum und spielen Domino mit ihren Kumpeln, was ich ja wiederum sehr amüsant fand). Wenn dann die Garnelen fertig ausgenommen worden sind, geht’s zurück in den LKW und weitere 3000 Kilometer später wird der ganze Rotz als fangfrisch an der Nordsee eingetütet und verkauft!

Diese Welt ist schlecht liebe Leute, ich hab’s schon immer gesagt und werde diese Worte wohl auch auf meinen Grabstein meißeln lassen. Mein FC Trikot wird in Thailand genäht und meine Schuhe kommen aus Peru und überall werden tagtäglich Menschen ausgebeutet, oh Mann, wie ich darüber kotzen könnte. Bei Milchprodukten kaufe ich seit Jahren nur TUFFI Kram, denn die kommen hier aus der Ecke und bei Gemüse wird dem Biobauern aus’m Bergischen Land vertraut, aber bei Schuhen wird die Sache schon schwieriger, ich kann mir die Dinger ja schlecht selbst nähen. Okay, ein paar Dachlatten durchsägen und mit ‘nem Nagel ein Lederbändchen dranhämmern würde ich noch hinkriegen, so Herr Franken Latschen quasi, hehe… Aber im Winter taugen die auch nichts… Ich wusste schon immer warum ich keine Garnelen mag, tief in meinem Unterbewusstsein schlummerte diese Information seit über 30 Jahren und jetzt durch die Sendung ist es ans Tageslicht gerückt. Krabbenboykott, wir sind dabei!!!

2. Februar 2010  3 Comments

Neulich in der Wüste

Jesus wandert durch die Wüste, da kommt ihm plötzlich ein lautes Wehklagen entgegen. Er wandert weiter über ein paar Dünen in Richtung des Wehklagens und begegnet einem alten Mann mit grauem Bart, gekleidet in ein ärmliches Gewand. Jesus: “Alter Mann, warum wehklagst Du denn so?”  Darauf jammert der alte Mann: “Ich habe meinen Sohn verloren, ich habe meinen Sohn verloren!” Jesus sieht den Mann an und fragt ihn: “Wie sieht dein Sohn denn aus, vielleicht kann ich Dir helfen ihn zu finden!” Der alte Mann antwortet Jesus daraufhin: “Er hatte Löcher in den Händen und Löcher in den Füßen!” Jesus: “Vater!” Alter Mann: “Pinocchio!”

22. September 2009  1 Comment

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